Donnerstag, 12. September 2019

Magier des dunkeln Pfades - Peter Hohmann


Worum geht es?
Der Magier Lorgyn de Daskula hat nur einen Wunsch: er will seine todkranke Frau Aluna retten. Daher reist er mit ihr nach Wintertal zu den heilenden Quellen mit der Hoffnung ihr durch die heilende Wirkung der Quellen Linderung zu verschaffen. Doch sein Ziel ist weitaus größer. Mit allen Mitteln will er Aluna vor dem sicheren Tod retten – und selbst vor der verbotenen Magie, die seit Jahrhunderten niemand mehr praktiziert hat, schreckt er nicht zurück. Obwohl er einer der begabtesten Magier der Akademie ist, sind diese dunklen Zauber selbst für ihn gefährlich und erfordern viel Übung und Können. In dem kleinen Ort Wintertal, weit fernab seiner Heimat, glaubt er ungestört an dem magischen Weg zur Rettung seiner Frau arbeiten zu können. Doch dieser Ort ist weniger unscheinbar als er zunächst glaubt, denn auch die Bewohner Wintertals verbergen ein dunkles Geheimnis. Nachdem er den Historiker Arlo kennenlernt, verstricken sich zudem die Ereignisse, denn Arlo verfolgt die Spur seines verstorbenen Meisters. Zusammen stoßen sie hierbei auf Informationen, die die Iros-Kirche zu vertuschen versucht. Dabei wird es sowohl für den Magier Lorgyn, als auch für den Historiker Arlo gefährlich. Es beginnt für Lorgyn eine Gradwanderung auf dem Pfad der Dunkelheit, die von ihm alles abverlangt.


Und das ist meine Meinung zum Buch....
Der Einstieg in den Roman fiel mir sehr leicht, insbesondere aufgrund des sehr flüssigen und versierten Erzählstils. Dieser zeichnet sich nicht nur durch ein geschultes Auge für Details und einen umfangreichen Wortschatz aus, ebenso profitiert der Roman von raffinierten Formulierungen und bildhaften Beschreibungen. Durch unterschiedliche Erzählperspektiven werden Einblicke in einzelne Figuren gewährt und offenbaren das eine oder andere Geheimnis. Dadurch habe ich die Handlung als besonders fassettenreich und spannend empfunden. Angenehm war der Wechsel zwischen ruhigen und beschreibenden Passagen und spannungsgeladenen Stellen. Obwohl einige Szenen sich eher langsam entfaltet haben und dadurch etwas langatmig geworden sind, fand ich die ruhige Entwicklung der Geschichte als nicht störend. Zudem konnte mich der Roman in eine verschneite und düstere Szenerie versetzen und somit eine zur Handlung passende Atmosphäre erzeugen. Dazu passt außerdem das Cover des Buches, denn es spiegelt die Stimmung des Romans hervorragend wieder.
Das Hauptthema des Romans ist Lorgyns innere Zerrissenheit, daher beschäftigt sich ein Großteil des Romans mit seinen Gedanken und Gefühlen. Der innerer Zwiespalt, den Lorgyn immer wieder empfindet, wird sehr überzeugend und nachvollziehbar dargestellt.
Lorgyn ist meiner Meinung nach eine äußerst interessante Figur. Obwohl seine Beweggründe durchaus nachvollziehbar sind, ist er nicht durchweg sympathisch, sondern handelt des öfteren egoistisch, berechnend und manchmal erschreckend brutal. Diese Entwicklung der Figur auf dem 'dunklen Pfad' offenbart seine charakterlichen Schwächen und inneren Konflikte und macht ihn dadurch zu einer spannenden Hauptfigur des Romans, die nicht eindeutig den Kategorien „gut“ oder „böse“ zuzuordnen ist.
Seine Frau Aluna dagegen erscheint weniger tiefschichtig. Besonders im Vergleich zur anderen Figuren wirkt Alunas Darstellung ziemlich blaß, sodass ich zu ihr keine engere Verbindung aufbauen konnte. Die Darstellungen der Figuren Arlo und Laris konnten mich dagegen durchaus überzeugen.
Etwas enttäuschend fiel für mich leider das Ende aus. Zwar ist die Spannung bis zum Schluss konstant geblieben, jedoch hätte ich mir noch etwas mehr Dramatik gerade zum Finale gewünscht. Lorgyns Entwicklung hätte für meinen Geschmack noch deutlich drastischer werden und nah am Wahnsinn verlaufen könnten. Da zudem einige Erzählstränge ins Leere verlaufen, endet für mich der Roman etwas abrupt. So bleiben zumindest für mich nachher einige Fragen offen, die jedoch durchaus in einer möglichen weiteren Fortsetzung aufgegriffen werden könnten.

Insgesamt ein spannender, atmosphärischer und sprachlich versierter Roman, der die menschlichen Abgründe auslotet. Eine absolute Leseempfehlung von mir, und das nicht nur für Fantasyfans!



4,5 von 5 Sterne

     Quelle: Amazon







Samstag, 17. August 2019

Höllenhund - Lew Marschall



Worum geht es?
Hans, der junge Held dieses Romans hat ein kleines Problem. Er soll für seinen draufgängerischen Nachbarn Ricko Matzke den Rottweiler seines Erzfeindes Erhardt vergiften. Doch Hans denkt gar nicht daran den Hund zu töten. Als der verunsicherte Hans daraufhin sich plötzlich beim Abendessen mit seinen Eltern, Ricko und Erhardt gemeinsam an einem Tisch wiederfindet, läuft für ihn die ganze Situation völlig aus dem Ruder. Wegen diesen Vorfällen liegen Hans‘ Nerven ziemlich blank, da bekommt er einen Tipp: er soll es mal mit Meditation und mit Zeichnen versuchen. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, fängt Hans an einen Comic zu zeichnen.
Die Hauptfigur seines Comics ist Hansgar. Als Bettler der Stadt Ingelspfort lebt er ein einsames, kaltes und hungriges Leben. Als er eines Tages auf den Ritter Ronald trifft, wird für ihn alles auf den Kopf gestellt. Hansgar soll nämlich ein Kriegerpriester werden und in die Fußstapfen des Heiligen Heinrich treten. Das würde natürlich auch die Chancen bei der schönen Penelop erhöhen...
Jedoch ahnt niemand, dass Hans‘ zeichnerische Begabung ihm unvorstellbare Möglichkeiten offenbart und es bald gar nicht so klar ist, was nun Realität und Fiktion ist.

Und das halte ich von Buch….
Wer bei diesem Buch hofft einen typischen Fantasyroman in den Händen zu halten, wird etwas verwundert sein. Denn dieses Buch ist alles andere als ‚typisch‘. Dieser Roman schafft es immer wieder Erzählebenen, Handlungen und Realitäten zu durchbrechen, damit zu spielen und den Leser stets aufs Neue zu überraschen.
Bereits am Cover lässt sich der zweigliedrige Aufbau des Buches – den Handlungsstrang von Hans und Hansgar – erkennen. Meiner Meinung nach passt dieser Stilmix des Covers perfekt zum Inhalt und visualisiert die beiden Erzählstränge bzw. Realitäten hervorragend. Auch am Schriftbild lassen sich beide Handlungen klar voneinander abtrennen, denn Hansgars Story wird in kursiver Schrift wiedergegeben. Dieses ist eine schöne Idee und definitiv leserfreundlich umgesetzt.
Beide Erzählstränge sind sehr spannend und haben für sich jeweils ihre eigenen Besonderheiten. Dennoch habe ich am Anfang etwas Schwierigkeiten gehabt den Einstieg zu finden. Insbesondere werden grade zu Beginn des Romans viele Fragen aufgeworfen, die erst im Fortgang der Geschichte teilweise aufgeklärt werden. Außerdem lassen sich im Roman einige Stellen finden, an denen die Geschehnisse sich derart schnell überschlagen, dass mir nicht ganz klar war, was da genau passierte und insbesondere warum. So erging es mir beispielsweise in Hansgars letzter Kampfszene, die für mich leider nicht in allen Zügen völlig nachvollziehbar war. Ähnliches gilt auch für einige Szenen, in denen so viele überraschende und neue Informationen zusammenkommen, sodass selbst der Held damit nicht zurechtkommt und ziemlich verwirrt ist.
Was mir dagegen sehr gut gefallen hat war die parallele Darstellung der beiden Helden und ihre jeweilige Entwicklung. Immer wieder konnte man Verbindungspunkte zwischen den beiden Helden und ihren Erlebnissen erkennen. Gleichzeitig durchlaufen sie jedoch ihre eigene Entwicklung und werden beide auf ihre eigene Weise mutiger, reifer und wachsen über sich hinaus. Die Darstellung und Beschreibung der Helden sind dabei durchaus nachvollziehbar. Zumal wird ihr Charakter und ihre individuellen Persönlichkeiten sehr lebendig beschrieben. Beachtenswert finde ich zudem, dass der Sprachduktus an die jeweilige Figur angepasst worden ist.
Darüber hinaus schafft es der Roman den Leser in eine atmosphärische Szenerie eintauchen und ihn hautnah die Geschehnisse miterleben zu lassen. Dabei lässt sich ein besonders scharfes Augenmerk für Details erkennen. Die kreativen sprachlichen Wendungen, außergewöhnlichen Metaphern und Vergleiche haben mir das Lesen dieses Buches zudem versüßt und mir das eine oder andere Schmunzeln entlockt. Etwas Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit dem Erzähler. Die Geschichte von Hans wird vom Ich-Erzähler Franziskus Jutebold retrospektiv berichtet. Dabei erzählt er detailgenau von Hans Gedanken und Gefühlen und scheint Informationen zu haben, die eigentlich nur ein auktorialer Erzähler haben dürfte. Zudem haben mich seine Off-Kommentare, die an Elisa gerichtet sind, viel mehr als nur irritiert.
Mein Highlight dieses Buch war jedoch das Spiel mit der Realität und der Fiktion. Beharrlich steht in diesem Roman stets die Frage im Mittelpunkt, ob Hans mit seiner Imagination Realitäten erschafft oder lediglich ein Beobachter ist, der mit seinem Comic die Geschehnisse dokumentiert. Insbesondere hat das Ende mich völlig überzeugt. Es war emotional und unerwartet, schaffte es aber hervorragend dem Buch ein würdiges Ende zu verleihen. Jedoch blieben für mich einige Fragen und Erzählstränge offen, die leider nicht mehr ganz aufgeklärt bzw. zu Ende geführt worden sind.

Fazit: Ein untypischer Fantasyroman der besonderen Art, der auf sprachlich gewandte Art es schafft, Realitäten, aber auch Gedankenmuster, zu durchbrechen und der Geschichte eine tiefere Bedeutung und Massage zu verleihen. 


4 von 5 Sternen


Quelle Amazon
      Quelle: Amazon



Dienstag, 30. Juli 2019

Prophezeiungen für Jedermann - Nicole Gozdek



Worum geht es?
Der Fantasyroman Prophezeiungen für Jedermann von Nicole Gozdek handelt von einem jungen Mann namens Zacharias, der vom magischen Orakel auserwählt wird eine Prophezeiung zu erfüllen. Das ist allerdings nicht so außergewöhnlich, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte, denn Zacharias lebt in einer Welt, in der Prophezeiungen tagtäglich ausgesprochen werden und es zur Bürgerpflicht gehört seiner magischen Queste nachzukommen. Doch die Erfüllung seiner Prophezeiung entpuppt sich schwieriger, als er am Anfang gedacht hat. Auf seinem Abenteuer lernt Zacharias den Magischen namens Iani kennen, der ihn auf seiner Queste begleitet und Zacharias dabei eine ganz neue Sicht auf die Welt offenbart.

Und das halte ich vom Buch…
Der Einstieg in das Buch war für mich etwas holprig, da der Anfang zunächst verwirrend war und ich Zeit gebraucht habe um mich in Zacharias Welt zurechtzufinden. Jedoch hat der sehr flüssige und leichte Erzählstil das wiedergutmachen können. Sobald ich mich mit der Welt vertraut gemacht habe, hat mich die Geschichte direkt in seinen Bann geschlagen. Zacharias lebt in einer Welt, in der Magie nicht für etwas Unmögliches gehalten wird. Allerdings sehen die Menschen die Magie für etwas Gefährliches an. Die Magischen dagegen, die die Magie praktizieren können, haben eine andere Sichtweise auf die Welt und sind der Magie und der Natur viel enger verbunden. Hervorragend versteht es die Autorin, eine Zweiklassengesellschaft zu kreieren, und aktuelle politische Themen wie Diskriminierung, Umweltbewusstsein und Plastikverschmutzung in portionierter Weise mit in die Erzählung zu integrieren. Und somit indirekt auch Gesellschaftskritik zu üben.
Auch die Charakterentwicklung der Figur Zacharias finde ich durchaus gelungen. Er ist eine sehr vielschichtige Figur, mit seinen eigenen Stärken und Schwächen – vor allem seine Insektenphobie macht ihn zu einem außergewöhnlichen Charakter. Die Entwicklung der Figur vom ängstlichen, unselbstständigen jungen Mann, der sich stets krampfhaft bemüht dem System sich unterzuordnen, zu einem selbstbewussten und zielstrebigen Erwachsenen, der seinen eigenen Weg gefunden hat, ist wirklich sehr gelungen. Zacharias ist kein typischer Held, der alles meistert, vielmehr wird er vom Schicksal immer wieder gefordert. Dabei gerät Zacharias oft auch an seine emotionalen Grenzen, wobei er teilweise mit körperlichen Schwächeanfällen bis zu Ohnmachtsanfällen reagiert. Obwohl das durchaus tragische und erschütternde Situationen für ihn sind, finde ich seine körperlichen Reaktionen in diesem Ausprägungsgrad doch etwas übertrieben. Ebenso waren seine häufigen emotionalen Ausbrüche und auch Anschuldigungen Iani gegenüber für mich nicht immer nachvollziehbar.
Die Spannung wird in der Handlung durchgehend aufrechterhalten, sodass die Erzählung es schafft den Leser durchgehend zu fesseln. Jedoch zieht das Erzähltempo zum Schluss nochmals an, woraufhin das überraschende Ende dann etwas zu abrupt ausfüllt. Am Ende bleibt der Leser vor einigen offenen Fragen stehen, die das Buch ihm zum Rätseln überlässt.

Fazit: Insgesamt ist dieser Roman sehr gelungen und aufgrund des Themas der Selbstfindung besonders für jugendliche Leser sehr zu empfehlen. Aber auch ältere Leser werden diesem Roman viel Positives abgewinnen können.


4 von 5 Sterne


      Quelle: Piper Verlag


Montag, 8. Juli 2019

Wiedersehen im nächsten Leben - Ute Schelhorn

Worum geht es…?
Das Buch „Wiedersehen im nächsten Leben“ von Ute Schelhorn handelt von Sofia, einer durchaus rationalen und mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehenden Polizistin. Als sie eines Tages auf den berühmten Maler David Sander trifft, wird ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Dieses vertraute Gefühl, dass sie sich bereits kennen, lässt sie nicht los. Dabei hat sie David in ihrem Lesen noch nie gesehen. Doch auch er scheint eine besondere Bindung zu Sofia zu spüren. Als David dann auch noch als Tatverdächtiger bei einem Museumsraub ins Visier gerät, verflechten sich Sofias und Davids Schicksale noch mehr ineinander. Dabei lernt Sofia, dass es im Leben deutlich mehr gibt, als man es auf dem ersten Blick erahnt und dass Freundschaft und Liebe oft länger hält als nur ein Menschenleben.


Und das sind meine Eindrücke…
Das Cover finde ich insgesamt schön und thematisch durchaus passend, da es Elemente aus der Geschichte wiederspiegelt. Die Wahl der Farbe passt auch gut zu der Geschichte, auch wenn es etwas mehr Farbvarianz vertragen hätte.
Inhaltlich ist das Buch aufgebaut in zwei Hauptgeschichten. Die Rahmengeschichte bildet die Story von David und Sofia. Diese umgibt eine Kerngeschichte – die Erzählung von Hans und Greta. Die Ereignisse der Letztgenannten spielen im Jahre 1944, und diese Kerngeschichte finde ist sehr gelungen. Die Beschreibung ihrer Erlebnisse in der Kriegszeit sind durchaus authentisch und dem Leser werden tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren gewährt. Dagegen war die Rahmengeschichte mit Sofia und David im Vergleich zur Kerngeschichte erzähltechnisch weniger stark. Hier schritt mir die Handlung oft zu schnell voran und an vielen Stellen verfiel der Erzähler in einen Erzählbericht, sodass viele Informationen dem Leser vorgelegt wurden, ohne an diesen Stellen mehr mit dem Spannungsbogen zu spielen. Hier hätte ich mir an einigen entscheidenden Szenen weniger Tempo, dafür mehr erzählerischen, detaillierten Tiefgang gewünscht, um vor allen Dingen mehr Emotionen und Atmosphäre in den Liebesszenen zu erzeugen. So war für mich die Liebesgeschichte von David und Sofia wenig überzeugend und leider mit etwas zu vielen klischeehaften Beschreibungen gespickt.
Dagegen finde ich die konträr angelegten Figuren von Sofia und Anna hervorragend arrangiert. Sofia, die bodenständige und rational handelnde Polizistin, und dagegen Anna, die offene und gutherzige Energetikerin. Obwohl beide Figuren so unterschiedlich sind, verbindet sie eine tiefe und warme Freundschaft. Auch die eingestreuten Hintergrundgeschichten zu einzelnen Hauptfiguren waren sehr aufschlussreich, und haben dem Leser einen tiefen Einblick in die Figuren gegeben und diese dadurch lebendiger und auch sympathischer gemacht.
Thematisch beschäftigt sich diese Geschichte mit dem Gedanken, dass Ereignisse im Leben sich manchmal nicht nur rational erklären lassen, sondern es auch Kräfte und Energien gibt, die über das menschliche Verständnis hinaus, ja über das Leben hinaus, wirken können. Diese esoterisch angehauchte Perspektive ist einerseits interessant, andererseits muss man sich als Leser darauf einlassen können. Zum Ende der Geschichte kann der Leser sich noch auf die eine oder andere Überraschung freuen und auch auf eine bereits in der Geschichte angedeutete Fortsetzung des Buches.

Fazit:
„Wiedersehen im nächsten Leben“ ist eine erfrischende Lektüre, die insgesamt eine spannende Handlung aufzeigt und mit seiner Kerngeschichte durchaus punkten kann, jedoch in der Rahmenhandlung und in der Beschreibung der Liebesgeschichte etwas schwächelt.


3 von 5 Sternen


 Quelle: Amazon
      Quelle: Amazon


Donnerstag, 13. Juni 2019

Gaben des Schicksals - A.B. Schuetze


Worum geht es im Buch?
Auf einer Reise durch Schottland verschwindet plötzlich Anna. Ihre Freundin Larissa ist verzweifelt, denn nachdem auch noch die Leiche Michaels, Annas Verlobten, am Holborn Head gefunden wird, glaubt die Polizei, dass Annas Körper in den Fluten des Ozeans fortgespült worden ist und will den Fall ad acta legen. Doch Larissa glaubt felsenfest, dass ihre Freundin noch am Leben ist. Dann bekommt sie unerwartet Hilfe von Annas Verwandten. Sie sind Salwidizer, ein Volk, so alt wie die Zeit selbst. Und dieses mit unglaublichen Fähigkeiten gesegnete Volk hat nicht nur eine starke Bindung zu Anna, sondern offenbart auch Larissa einige Geheimnisse, die sie in Erstaunen versetzt. 
Und das halte ich von Buch…
Die Idee des Volkes und die Welt der Salwidizer finde ich sehr gelungen. Es lässt den Leser in eine andere Welt eintauchen, in denen es neben den Menschen auch Unsterbliche gibt. Diese sind mit wundersamen Fähigkeiten gesegnet und das Besondere an ihnen ist, dass sie ihre Seelengefährtinnen bei den Menschen finden. Ihre Verbindung ist somit vom Schicksal vorbestimmt. Mich hat die Welt der Salwidizer direkt gepackt und neugierig gestimmt.
Der Handlungsaufbau in diesem Buch war durchweg spannend und die Geschichte hat sich meistens flüssig gelesen. Allerdings hat für mich das Erzähltempo nicht immer gepasst, denn oft wurden Passagen für meinen Geschmack etwas zu schnell erzählt. Gerade an den Stellen, in denen Hintergrundinformationen zu den Salwidizern dem Leser geliefert oder neue Figuren eingeführt werden, war das Erzähltempo recht hoch, sodass ich an einigen Stellen doch etwas verwirrt war und noch mal zurückblättern musste. Hierzu kommt, dass dem Leser manchmal Informationen vorgelegt werden, ohne dass er genügend Zeit hat selbst über den Fortgang zu rätseln und sich eigene Gedanken zu machen. Das fand ich etwas schade. Der Erzählstil ist zudem auch noch nicht ganz ausgefeilt, denn manche Dialoge und Satzkonstruktionen wirken etwas gestellt und teilweise war es an manchen Stellen nicht ganz klar, welche Figur gerade gesprochen hat. Neben der doch spannenden Hauptstory gab es einige Liebespassagen. Diese waren in Ordnung, jedoch für mich an einigen Punkten von der Beschreibung etwas klischeehaft. Das Cover finde ich durchaus passend für den Roman, denn er zeigt die beiden Schmucksteine, die eng mit Adannas Schicksal verwoben sind.

Fazit: Insgesamt ein fantasievoller Roman, der zwar einige Schwachstellen aufweist, jedoch als Unterhaltungslektüre für zwischendurch durchaus in Ordnung ist.


3 von 5 Sterne


 Quelle: Epubli Verlag
       Quelle: Epubli




Donnerstag, 30. Mai 2019

Blutpsalm - Meredith Winter

Worum geht es…?
Schauplatz dieses Buches ist ein ruhiges, ja nahezu perfektes Dorf namens Sommerburg, wo jeder jeden kennt. Doch plötzlich ereignen sich brutale Serienmorde und niemand weiß, wer dahinterstecken könnte. Auch der junge, unverheiratete Pastor Jonathan, der direkt neben der Kirche wohnt und für seinen Beruf lebt, ist von den Vorfällen erschüttert. Eines Abends trifft er die hübsche und aufreizende Marlene und verliebt sich kurzerhand in sie. Dieses führt ihn zu einem innerlichen Zwiespalt, zwischen Berufung und Liebe. Doch Marlene scheint ein tieferes Geheimnis zu umgeben, denn plötzlich wird die Leiche des Bürgermeisters gefunden – zusammen mit Marlenes Visitenkarte. Seither versuchen Jonathan und Marlne sowohl ihre Liebe, als auch ihr Leben zu retten.


Und das sind meine Eindrücke…
Der Roman ist eine Mixtur zweier Genres – ein Liebeskrimi. Beides hat seine Reize, doch zusammen hat es für mich nicht funktioniert, da der Spannungsbogen oft anhand des Wechsels der Genres in Mitleidenschaft gezogen worden ist. So ist der Spannungsverlauf am Anfang noch relativ hoch, flacht jedoch in der Mitte ab und steigt erst am Ende der Geschichte erneut wieder an. Die Liebesszenen hatten mir eher einen Spannungsdämpfer verpasst.
Darüber hinaus war die Entwicklung der Charaktere für mich an einigen Stellen nicht völlig nachvollziehbar. Positiv kann ich dagegen anmerken, dass der Autor sich bemüht aus unterschiedlichen Perspektiven zu berichten, um somit das Innenleben der beiden Hauptfiguren dem Leser zu verdeutlichen. Besonders die Darstellung des Zweispaltes zwischen Jonathans Wertvorstellungen und seinen Bedürfnissen nach Liebe und Zuneigung einer Frau haben mir gefallen. Dennoch scheinen einige Handlungen und Interaktionen der Figuren zu sprunghaft zu sein, sodass manche Szenen für mich nicht nachvollziehbar waren. Jonathan und Marlene verhalten sich zueinander oft sehr wechselhaft und dies mag zwar auf ihre persönliche emotionale Lage hindeuten, war jedoch für mich oft unglaubwürdig.
Die Geschichte ist flüssig zu lesen und lässt den Leser direkt in das Geschehen eintauchen. Dennoch finde ich den Erzählstil eher störend, da ich immer wieder über ähnliche Satzkonstruktionen und Formulierungen gestolpert bin. Ich hätte mir etwas mehr sprachliche Variationen und mehr erzählerisches Feingefühl gewünscht.

Fazit: Insgesamt jedoch ist die Geschichte in Ordnung und bietet besonders zum Ende einige interessante und spannende Wendungen an. Wer eher leichte Lektüre mag und einen solchen Genremix nicht scheut, ist hier gut aufgehoben. Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen.


2 von 5 Sterne


 Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Dienstag, 15. August 2017

Calypso. Zwischen den Welten - Fabiola Nonn




Worum geht es?
Nachdem die Erdoberfläche für die Menschen unbewohnbar wurde, suchte die Bevölkerung Zuflucht unter dem Meer. In einem dieser Unterwasserstädte namens Calypso lebt die junge Noemi mit ihrer Familie. Schon früh merkt junge Frau, dass ihr Interesse der Tiefsee gilt und sie sich dem nassen Element besonders hingezogen fühlt. Als sich jedoch Unfälle und seltsame Ereignisse in ihrer nahen Umgebung häufen, beschleicht Noemi das Gefühl, in einem geheimnisvollen Zusammenhang damit zu stehen. So entschließt sie sich, ihre Heimat Calypso zu verlassen, um dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Noemi begibt sich auf eine Reise, bei der sie nicht nur sich selbst besser kennenlernt, sondern auch ein schreckliches Schicksal abwenden muss. 




Und das halte ich vom Buch… 
Das Cover des Buches ist passend zum Thema gewählt: blau, geheimnisvoll, und strahlt eine gewisse Ruhe und Schwerelosigkeit aus. Der dominante Mond auf dem Cover ist etwas irritierend, denn dieser hat keinen direkten thematischen Bezug zum Buch. Dennoch könnte er auf den Saturnmond ‚Calypso‘ hindeuten. Insgesamt ist das Cover gelungen, auch wenn es von der optischen Anordnung her in der unteren Hälfte etwas gestaucht erscheint. 

Anders als das Cover eventuell andeuten mag, ist die Handlung in diesem Buch keineswegs ‚ruhig‘. Bereits zu Beginn der Geschichte werden Fragen, Geheimnisse und Konflikte angedeutet, die dem Handlungsverlauf die nötige Spannung verleihen. So gerät der Leser direkt in eine aufregende und geheimnisvolle Geschichte, die von Anfang an fesseln kann. Dieses Spannungsniveau wird bis zum Ende aufrechterhalten und sorgt so für einen schönen Lesegenuß. 

Die thematische Einbettung des Elementes Wasser und die Gestaltung einer Unterwasserstadt fand ich von Anfang an sehr spannend. Leider hat mir die Beschreibung nicht ganz ausgereicht, und ich hätte mir eine detailliertere Darstellung der marinen Stadt, der Kultur und des Lebens der Bewohner Calypsos gewünscht. Schön wäre auch das Einbringen von kleinen humorvollen oder phantasievollen Elementen, die dieser Unterwasserstadt noch mehr Reiz verliehen und das Ganze dem Leser noch plastischer vor Augen geführt hätte. Dagegen ist die Legende über die Entstehung der Stadt Calypso und des Meeresvolkes Ondine sehr schön in die Story verflochten. Auch das Aufgreifen von aktuellen Themen wie Umwelt- bzw. Meeresverschmutzung finde ich überaus gelungen. 

Ebenso offenbart sich in dem Charakter Noemi eine sympathische Persönlichkeit, die der Leser direkt ins Herz schließen kann. Man fühlt und fiebert mit Noemi mit. Dennoch wird die sonst liebeswerte, junge Frau nicht durchgängig positiv dargestellt. Eine rebellische Teenage-Seite tritt auch zu Tage, wodurch Noemi manchmal auch unlogisch handelt oder sich unreif/zickig verhält. Dieses macht jedoch gleichzeitig ihren Charakter glaubwürdiger und authentischer. 

Der Sprachstil ist flüssig und leicht verständlich und orientiert sich insgesamt an einem jungen Publikum. Für den erwachsenen Leser mag der Sprachstil etwas zu einfach gestaltet sein, sodass fantasievolle sprachliche Wendungen und originelle metaphorische Vergleiche eher fehlen. Auch mit der Erzählperspektive hatte ich am Anfang etwas Schwierigkeiten. Der Ich-Erzähler kann zwar schön die Gedankenwelt und die Gefühle der jungen Protagonistin offenlegen, ist jedoch bei dieser Art von Geschichte möglicherweise nicht passend gewählt. Da die Handlung einerseits in einer beeindruckenden Umgebung stattfindet und andererseits sehr rasant verläuft, wäre ein personeller/auktorialer Erzähler womöglich eine bessere Wahl gewesen. So hätte der Fokus des Erzählens nicht nur auf der Innensicht der Protagonistin gelegen, sondern zudem mehr von der Umgebung und der Handlung miteinbeziehen können. 

Fazit: Eine schöne und spannende Geschichte in einer wunderbaren Kulisse. Das Buch richtete sich an definitiv junge Leser und kann trotz einiger Abzüge durch seinen spannenden Aufbau durchaus überzeugen. ‚Calypso – Zwischen den Welten‘ ist das erste Buch der 4-bändigen Reihe ‚Calypso‘ und bietet einen tollen Start in eine schöne Unterwasserwelt.


4 von 5 Sterne


Montag, 24. Juli 2017

Schmetterlingsflügel - Patricia Vonier

Worum geht’s?
Die Geschichte handelt von Lina, einer Immobilienmaklerin in den 30ern, die ein einsames und unerfülltes Dasein führt. Sie lebt in einer kleinen Wohnung in München, die sie sich gerade noch so leisten kann und skypt regelmäßig mit ihrer besten Freundin Nicki. Ansonsten hat sie kaum nahestehende Menschen in ihrem Leben, und auch in ihrem Job muss sie sich mit einem gereizten Chef und geringer Bezahlung rumschlagen. Doch dann bekommt sie den Auftrag, einem alleinstehenden und gut betuchten Geschäftsmann eine Wohnung zu vermitteln. In dem von Lina ausgesuchtem luxuriösem Apartment merkt sie schnell, dass zwischen ihr und dem wohlhabenden, attraktiven und charmanten Daniel von der Beek mehr als nur Sympathie herrscht. Bei einem traumhaften Dinner im marokkanischen Flair verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn – und wird prompt abserviert. Daniel muss noch am selben Abend eine spontane Geschäftsreise nach St. Petersburg antreten und bricht den Kontakt mit Lina ab. Doch Lina packt ihr Schicksal selbst in die Hand und kämpft um die Liebe ihres Lebens.

Und das halte ich vom Buch…
Das Cover des Buches verweist bereits auf den Inhalt: es ist schön romantisch, träumerisch und vielleicht ein bisschen zu idyllisch? Auf jeden Fall sind das Cover und der Inhalt perfekt auf das Zielpublikum abgestimmt. Dieses Buch richtet sich an (weibliche) Rezipienten, die gern romantische Liebesgeschichten mit Happy End lesen, welche auch gern kitschig sein dürfen. Für mich war es leider etwas zu viel des Guten. Vor allen Dingen hat mich Daniel nicht ganz überzeugt. Er verkörpert DEN vollkommenen Mann. Er sieht nicht nur blendend aus, ist gebildet, schwimmt in Geld und ist einfach der Inbegriff eines Gentlemans. Er tut und sagt stets das Richtige, und kann jede Gefühlsregung Linas hervorherahnen und dementsprechend reagieren. Leider wirkt dieses auf mich nicht authentisch, da Daniels Charakter, Aussehen und Sprache einfach ‚zu perfekt‘ ist und deswegen konstruiert erscheint. Problematisch sehe ich auch das Zusammenkommen der beiden. Eine angemessene Kennenlernphase existiert nicht, da Daniel und Lina sehr schnell körperlich werden. Permanent hatte ich das Gefühl, dass sie die Beziehung überstürzen. Schwierig ist auch der Spannungsverlauf dieses Buches. Am Anfang wird Spannung aufgebaut, als Lina (und dem Leser) noch nicht klar ist, welche Absichten Daniel verfolgt und ob Lina ihn zurückgewinnen kann. Doch nach ihrem Zusammenkommen hätte es auch heißen können: „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Da sich im weiteren Verlauf alles harmonisch zwischen Lina und Daniel entwickelt, fällt der Spannungsbogen wieder. Zwar wird am Ende eine Wendung der Handlung eingeleitet, doch diese ist hervorsehbar und stellt keine besondere Überraschung für den Leser dar. Positiv anzumerken ist dagegen der Schreibstil des Buches. Er ist sehr flüssig und verständlich, sodass der Leser sich gut in die Figur ‚Lina‘ hineinfühlen kann. Situationen werden lebendig und plastisch geschildert und die Cliffhänger am Ende der Kapitel sind gekonnt positioniert. Schön finde ich, dass aktuelle gesellschaftliche Ereignisse (Kölner Silvesternacht) und andere gesellschaftliche und kulturelle Themen angeschnitten werden. Ebenso lockert die vereinzelte Verwendung des bayrischen Dialektes die Dialoge auf und bringt eine gewisse regionale Würze in das Buch. Auch das Motiv des Schmetterlings ist gut gewählt, und ist als Leitbild nicht nur auf dem Cover zu finden, sondern umrandet Linas und Daniels Liebesgeschichte.

Fazit:
Ein leichter und süßer Liebesroman ohne hohe Spannungssprünge und Tiefgang, der jedoch zum Schmökern und Träumen verleitet.



3 von 5 Sterne 


Mittwoch, 12. Juli 2017

Alles, bloß keine Erleuchtung! - Emma Peony

Worum geht’s?
„Alles, bloß keine Erleuchtung“ handelt von Lisa Flotter, einer Frau, die genau weiß, was sie will und was sie nicht will – und vor allem weiß sie sehr genau, wenn ihr etwas gehörig auf die Nerven geht! Manche Situationen und die ‚Blödheit‘ gewisser Menschen bringen Lisa Flotter oft an den Rand der Verzweiflung, was sich bei Lisa meistens in einer Tirade von Flüchen, Beschimpfungen und manchmal auch handfesten Auseinandersetzungen äußert. Nachdem die Ex-Soap-Redakteurin Lisa Flotter ihrer Chefin einen Fausthieb verpasst und sich mit einem Polizisten prügelt, wird sie vom Gericht zu einer Anti-Aggressionstherapie verurteilt: sie soll auf der Insel Kreta in ein Yoga-Camp, um dort ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen. Als wäre das nicht schlimm genug, scheint ihre Beziehung mit Michele auch noch aus der Bahn zu geraten. Nur widerwillig lässt sich Lisa auf die ‚Yogis‘ ein. Doch zusammen mit den ‚Verrückten‘ lernt sie nicht nur sich selbst besser kennen, sondern begreift, dass man Dinge auch aus einer anderen, deutlich entspannteren, Perspektive betrachten kann.

Und das halte ich vom Buch….
Kennt man den ersten Teil der Lisa-Flotter Reihe („Alles, nur keine Liebe“) nicht, so hat man am Anfang etwas Schwierigkeiten mit der rauen, großmäuligen und äußerst genervten Lisa Flotter. Immer wieder zeigt sie der Welt ihre Ellenbogen und wirkt dadurch auf den Leser zunächst egoistisch und unsympathisch. Dieses ändert sich jedoch im Laufe des Buches, als Lisa zur Yoga-Therapie verdonnert wird und im Laufe des Yoga-Camps immer mehr ihre verletzliche und emotionale Seite zeigt. Man taucht in Lisas Welt ein, fühlt und leidet mit ihr und sieht Lisa dabei zu, wie sie sich zu einem ausgeglichenen Menschen entwickelt. Durch die Annäherung an die ‚Yogis‘ offenbart Lisa immer häufiger ihre soziale und empathische Seite, und dadurch wächst sie zu einer sympathischen und wunderbaren Hauptfigur heran. Die Besetzung des Yoga-Camps finde ich sehr gelungen: von der schüchternen Heike bis zum etwas sonderbaren Heini ist alles vertreten und macht das Yoga-Camp zu einem Ort, an dem alles möglich scheint. Auch die sprachliche Umsetzung des Buches passt zu Lisa Flotter – der Schreibstil ist flott, pfiffig und locker. Die Autorin bedient sich vieler bildhafter Sprachelemente und Situationskomik, welche dem Roman eine wunderbare humoristische Würze verleihen, und das Buch so zu einem wahren Lesegenuss macht. Einen Abzug musste ich jedoch für einige zugespitzte und für meinen Geschmack etwas unrealistisch dargestellten Szenen geben, in die ich mich leider nicht völlig hineinversetzen konnte und dadurch es mir nicht leicht fiel, das Verhalten der Protagonisten komplett nachzuvollziehen.

Fazit:
Ein unterhaltsames und leichtes Buch, welches mit viel Humor und Situationskomik einem die Lesestunden versüßt. Definitiv eine Leseempfehlung!


4 von 5 Sterne


Quelle: Amazon













Dienstag, 11. Juli 2017

Selbstbild - Carol Dweck


Worum geht es?
Im Grund dreht sich dieses Buch um eine Frage: Glauben Sie an Naturtalente oder glauben Sie an Entwicklung?
Die Psychologin der Standford University Carol Dweck ist der Meinung, dass Erfolg mit der inneren Einstellung zusammenhängt. Dazu gehört das Selbstbild: sprich, wie man sich als Person selbst wahrnimmt.
In ihrem Buch unterscheidet Dweck zwischen zwei gegensätzlichen Selbstbilder. Menschen, mit statischem Selbstbild glauben, dass ihre Talente, ihr Können und ihre Fähigkeiten angeboren sind. Entweder kann man zeichnen und hat das Talent dazu – oder man kann es eben nicht und wird in diesem Gebiet nichts erreichen. Laut Dweck, haben solche Menschen erhebliche Schwierigkeiten mit Niederlagen zurechtzukommen, sich selbst zu entwickeln und sich Neues anzueignen. Dagegen gibt es Menschen, die ein dynamisches Selbstbild verfolgen. Diese Menschen sind der Meinung, dass nichts angeboren ist und alles erlernbar sei. Sie glauben an Potential und Entwicklung. Natürlich findet man in jedem Menschen immer beide Seiten, jedoch tendiert man eher zur dem einen oder anderen Selbstbild.

Dweck zeichnet in ihrem Buch auf, auf welche Art und Weise diese Selbstbilder in unserem Alltag zu Tage treten, wie man damit umgehen kann und welche Folgen die jeweiligen Bilder für uns haben können. Dabei greift sie auf eine Hülle von Beispielen aus dem Bereich der Erziehung, Schule, Sport, Sozialleben und Wirtschaft zurück und legt vergleichend dar, wie die einzelnen Selbstbilder Einfluss auf unseren Erfolg ausüben.


Und das halte ich vom Buch…
Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, und ist frei von hochkomplexen psychologischen Fachvokabular. Dadurch schafft Dweck den Zugang zu einem breiteren Leserpublikum, sodass auch Laien sich nicht abschrecken lassen sollten, sich diesem Thema zu widmen. Inhaltlich verfolgt Dweck einen roten Faden und ihr Thema, dynamisches und statisches Selbstbild, lässt sich stets im Buch nachverfolgen. Dazu sollte gesagt werden, dass dieses Buch keine fachwissenschaftliche und neutrale Abhandlung der Thematik ist, sodass die Meinung der Autorin immer wieder deutlich zum Ausdruck kommt. Sie plädiert zu einer Lebensweise, die sich an dem dynamischen Selbstbild ausrichtet. Diese These lässt sich durchgehend im Buch wiederfinden. Durch viele Beispiele und Berichte aus eigener Erfahrung macht Dweck deutlich, wie wichtig ein dynamisches Selbstbild für den eigenen Erfolg und Entwicklung ist. Da die Kernthese im Laufe des Buches immer wieder untermauert wird und keine nennenswerte neue Erkenntnisse dazukommen, können die vielen Beispiele und Aufzählungen mit der Zeit eher ermüdend wirken.


Fazit:
Wenn man sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und sich generell für die psychologischen Seiten des Menschen interessiert, sollte man dieses Buch lesen. Thematisch ist es nicht sonderlich komplex, aber schafft es durch die zahlreichen Beispiele aus dem Alltag neue Einsichten und Betrachtungsweisen dem Leser zu eröffnen. Dabei sollte man sich nicht von den Wiederholungen und Rückverweise des Schreibstils abschrecken lassen.


4 von 5 Sterne


Quelle: Piper Verlag





Die 7 Wege zur Effektvität - Stephen R. Covey



Worum geht es?
In seinem Buch bringt Covey dem Leser ein ganzheitliches Konzept näher, welches helfen soll, Schwierigkeiten beim Herangehen von Herausforderungen zu lösen, ein Leitbild zu entwickeln und Prioritäten im Leben richtig zu setzen. Dabei werden in diesem Buch keine schnellen Hilfestellungen, die zum sofortigen Erfolg führen sollen, geboten, sondern Denkweisen und Einstellungen vermittelt, die universell in jedem Lebensbereich einsetzbar sind und eine Langzeitwirkung versprechen. Entscheidend ist, wie man sich selbst und die Umwelt wahrnimmt, dieses reflektiert, und daraus entsprechende Handlungen für sich zieht. Covey erklärt mit vielen Beispielen, Metaphern und Konzepten, warum Menschen in bestimmten Situationen ‚falsch‘ agieren, sodass sie sich von ihren Wünschen und Träumen eher entfernen als ihnen näher zu kommen. Er macht deutlich, dass Erfolg mit der richtigen Einstellung und Denkweise zusammenhängt. Dabei geht er nicht nur auf die berufliche Ebene ein, sondern ebenso auf den sozialen und privaten Lebensbereich. 

Dieses Buch würde ich jedem empfehlen, der sich mit der Entwicklung eigener Persönlichkeit beschäftigt, seine Leistung steigern möchte oder einfach eine Lektüre sucht, um sich selbst zu reflektieren und zu motivieren. Das Sachbuch „Die 7 Wege zur Effektivität“ lässt sich gut lesen und erschwert nicht den Lesefluss mit übermäßigem Fachvokabular. Dennoch verpackt Covey viel Inhalt auf kleinen Raum, sodass ein gründliches und sorgsames Lesen erforderlich ist. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, dieses Buch zu lesen – am Besten mehrmals! Es beinhaltet sehr viele wertvolle Ratschläge, bringt einen zur Eigenreflexion und lässt den Leser Situationen, Denk- und Verhaltensweisen aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Für mich ist es nicht umsonst eins der bekanntesten Ratgeber auf dem Gebiet des Selbstmanagement und Entwicklung und verdient volle 5 Sterne!


Zum Autor

Covey brachte sein Buch mit dem Originaltitel „The Seven Habits of Highly Effective People“ im Jahre 1989 heraus. Es ist 15 Millionen Mal verkauft und in 38 Sprachen übersetzt worden. Covey selbst studierte unter anderem an der Harvard University Master of Business Administration und unterrichtete jahrelang als Professor Business Management an der Brigham Young University. „The Time Magazine“ hat ihn 1996 zu einen der 25 einflussreichsten Persönlichkeiten der USA gekürt.



5 von 5 Sterne


Quelle: Gabal Verlag